Samstag, September 04, 2010
   
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„Modernisierung der Bundeswehr – Innovation als Chancen und Risiken der Zukunftsfähigkeit“

Hardthhe_Seminar-DLRVorläufige Krönung der Symposiumsreihe „Modernisierung der Bundeswehr“ war die zweitägige Veranstaltung am 29./30. April 2010 im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln zu Aspekten von Innovationen als Chancen und Risiken für die Zukunftsfähigkeit von Bundeswehr und Wirtschaft. Der Einladung  der Seminargesellschaft Hardthöhe in Zusammenarbeit mit dem DLR Köln – Wahn an den dortigen Standort waren hochkarätige Vertreter aus Bundeswehr, der Forschung und der wehrtechnischen Industrie gefolgt. Kein Geringerer als der Vorstand für Raumfahrtforschung und – entwicklung im DLR, Brigadegeneral  Thomas Reiter, begrüßte die Anwesenden und führte die Symposiumsteilnehmer während einer Exklusivführung persönlich durch das Europäische Astronauten-Zentrum (EAC). Besondere Wertschätzung erfuhren die Teilnehmer, dass Brigadegeneral Reiter sich die Zeit genommen hatte, um  an der gesamten Veranstaltung teilzunehmen.

Leitidee des Symposiums war es, die Bedeutung von Innovationen an ausgewählten Beispielen der Weltraumforschung für den Sicherheitssektor darzustellen und dabei deren Wechselwirkungen zwischen Bundeswehr, Forschungsbereichen und der wehrtechnischen Industrie herauszuarbeiten sowie die nötigen und notwendigen Konsequenzen aufzuzeigen.

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Ausgehend von den Leistungsspektren, Strukturen und Ressourcen des DLR wurde durch den ehemaligen Astronauten, Brigadegeneral Thomas Reiter, aufgezeigt, welches Forschungsangebot das DLR für den Sicherheitssektor zur Verfügung stellt. Dr. Hubert Reile, Programmdirektor Weltraum im DLR, vertiefte die Gesamtdarstellung mit einem Bild der Weltraumforschung und der Nutzung des Weltraumes im Sicherheitssektor. Im Detail ergänzten die DLR-Repräsentanten Dr. Andreas Eckardt und Prof. Dr. Adolf Giesen die Darstellung der Weltraumforschung im Hinblick auf hochauflösende optische Satellitendaten als Basis für 3D-Welten bzw. zum Thema Space Debris: Detektion und Bahnverfolgung mit Lasern. Im Ergebnis wurden den Teilnehmern anhand von Beispielen die Fähigkeiten deutscher Spitzenforschung plakativ dargestellt. So z.B., dass es bereits heute möglich ist, jeden Punkt der Erde alle zwölf Stunden abtasten zu können. Des Weiteren kann z.B. die Stadt Berlin eine Stunde nach Dateneispeisung in 3D abgebildet werden – eine Technologie die bereits im Jahre 2011 Einzug in die S-Klasse von Mercedes-Benz halten wird. Aber auch die für den Einsatz der Streitkräfte immens wichtige abhörsichere Datenübertragung durch Laser-Technologie, fand das rege Interesse der Teilnehmer.

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Brigadegeneral Thomas Reiter, Mitglied des Vorstands DLR

Wie die Industrie weitere technologische Innovationen aus dem Bereich der Weltraumforschung umsetzt, erläuterten exemplarisch für den Bau von Satellitensystemen sowie deren Beitrag für den Sicherheits- und Verteidigungssektor Wolfgang Dürr, EADS Astrium, und für den Bereich Kommunikation, Führungssysteme und Simulation, Harald Görtz von Thales Deutschland.

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Dr. Hubert Reile, DLR

Darüber hinaus wurde auch auf die Risiken solcher Projekte hingewiesen. So z.B., dass mehr als 600 Satelliten als potenzieller „Weltraum-Müll“ enorme Gefahren darstellen, und ein Satellit während der Dauer seines Einsatzes durchschnittlich von mehr als 30000 „Schrotteilchen“ getroffen wird, die ihn unbrauchbar machen können.

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Herr Achim Weste, CEO Weste Consulting

Vertreter der Bundeswehr zeigten auf, wie innerhalb der Transformation und der damit einhergehenden verstärkten Ausrichtung auf Einsätze Modernisierungsabteilungen, Rüstungsbereiche und Streitkräfte zusammenwirken. Dabei stellte Oberregierungsrat Greffenius die Rolle der Modernisierungsabteilung im BMVg dar. Dr. Kay Pixius, Vertreter der Unterabteilung IV der Hauptabteilung Rüstung, ging ergänzend dazu auf das Innovationsmanagement von Technologien und Prozessen an Beispielen der Luft- und Raumfahrt ein und präsentierte damit die aktuelle Position des BMVg in diesem Bereich. Die Rolle des Zentrums für Transformation in diesem Zusammenhang und in Verbindung mit dem CD & E Prozess erläuterte Brigadegeneral Axel Binder, Kommandeur des Zentrums für Transformation.

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Brigadegeneral Axel Binder, Kdr ZTransfBw

Die Vorträge von Seiten der Bundeswehr rundete  Oberstleutnant i.G. Noeske aus dem Führungsstab der Luftwaffe ab, der  die konzeptionellen Grundüberlegungen der Luftwaffe zur Nutzung des Weltraums und die Bedeutung  neuer Technologien für verschiedenste militärische Anwendungsgebiete darstellte.

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Dr. Kay Pixius, BMVg

Integriert in die Abfolge der Vorträge waren es des weiteren die Referate der „Weisen“, aus der Welt der Unternehmensberatung, von denen Thomas Dittler, CEO Dittler Associates, konstruktiv durchdachte und analystisch ausgewertete Hinweise darauf gab, was zu beachten ist, wenn Unternehmen Innovationen in Produkte umsetzen. Vertieft wurden diese Empfehlungen von Achim Weste, CEO Weste Consulting, der aufzeigte, welche Schritte und Maßnahmen bei der Umstellung auf neue Produkte, Rationalisierung und Erfassung der Kundenzufriedenheit in diesem Kontext erforderlich sind. Herr Weste verwies sehr eindrücklich auf seine jahrzehntelange Erfahrung im internationalen Bereich der Automobilzulieferindustrie und die Auswirkungen einer immer komplexer werdenden Zuliefer-Architektur. Joachim-Ulrich Heisig, Senior Manager IABG, verdeutlichte, wie wichtig  es ist, innovative Logistiklösungen für HiTec Produkte in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen. Am Beispiel der Komplexität des Waffensystems Eurofighter verdeutlichte er sehr anschaulich, dass es einer „Konzertierten Aktion“ aller Verantwortlichen  bedarf, um der stetig steigenden Spezialisierung auch zukünftig gewachsen zu sein. Michael von Lowtzow, Repräsentant des BDLI, griff diese Ausführungen zur Komplexität der Gesamtdarstellung auf und schilderte die Betrachtungsweise des BDLI und der Initiativen seines Verbandes zur Nutzung des Innovationspotenzials der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie.

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Joachim -Ulrich Heisig, IABG

Durch zahlreiche Diskussionen und Pausengespräche gelang es den Teilnehmern  wieder neue Arbeits- und Geschäftsbeziehungen zu knüpfen und die besonders interessanten Aspekte vertiefend zu betrachten.

Der Höhepunkt des Symposiums stand inhaltlich ganz auf der Linie der Gesamtveranstaltung - der Abendvortrag von Brigadegeneral Thomas Reiter über seine Teilnahme an der Mission „Astrolab“ im Jahr 2006. Er schilderte sonst kaum bekannte Details vom Start im Space Shuttle, von seiner Arbeit im Weltraum und auf der Internationalen Raumstation (ISS), seinen Experimenten, den  Tagesablauf an Bord und dem Zusammenleben  auf engsten Raum in der Schwerelosigkeit. Er schilderte äußerst eindrucksvoll physikalische bzw. biologische Effekte der Schwerelosigkeit, den  Astronautenwechsel an Bord der ISS und die erneute Gewöhnung an das Leben auf der Erde nach mehr als sechs Monaten im Weltraum. Es gelang Brigadegeneral Reiter in seinem mehr als einstündigen Vortrag die Teilnehmer mit in den Weltraum zu nehmen und ihnen nicht nur technische Details zu nennen, sondern vielmehr einen Teil der Faszination zu schildern die der Planet Erde ausstrahlt. Aber auch seine Sorge um den verantwortlichen Umgang der Menschen mit unserem Planeten und den damit verbundenen lebenswichtigen Ressourcen blieb nicht unerwähnt.

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Thomas Dittler, CEO Dittler Associates

Nach Auffassung der Teilnehmer war es der Seminargesellschaft wieder einmal gelungen, eine außerordentlich wichtige Thematik aufzugreifen und in ein substantiell gehaltvolles Programm umzusetzen. Besonderer Dank gilt diesmal dem DLR und vor allem deren Vorstand Thomas Reiter, durch dessen Unterstützung ein Programm geboten werden konnte, welches in der Vielfalt der Seminarangebote seinesgleichen sucht. Auch gilt es unseren  Dank an das Team des Vorstandsbüros - und hier im Besonderen Frau Kerstin Rogon - zu richten, deren Engagement zum wesentlichen Gelingen des Symposiums beigetragen hat. Zum Abschluss des Symposiums wurde der Entschluss gefasst, diese Seminarreihe zukünftig fortzuführen.

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Prof. Dr. Adolf Giesen, DLR

 

Interview mit Brigadegeneral Thomas Reiter

Exklusiv Interview

Mit Brigadegeneral Thomas Reiter, Mitglied des Vorstands des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

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